WARUM? | Tag 10839

An Tag 10839 gehen wir dort spazieren, wo wir, bis zu unserer Trennung gelebt haben. Alles wirkt so weit hier am Rheinufer. Kalt. Weiches Licht. Irgendwie kommt mir alles symmetrisch vor heute .

Wie schnell man Landschaften erst vergisst und sie dann wieder erkennt.

Heute ist das 41. Video in Folge und es wird vorerst das letzte dieser Art sein.

Später am Tag sehe ich einen kurzen Film über Pinguine. Werner Herzog fragt den Wissenschaftler ob es Pinguine gibt, die durchdrehen? Die verrückt werden?

Die Pinguine bewegen sich normalerweise zwischen Ozean und Brutstätte hin und her. In riesigen Gruppen stehen sie da. Aber manchmal kommt es vor, dass einer von ihnen den Weg verlässt und allein, der Eiswüste entgegen, tappt. Tausende Kilometer Leere vor diesem kleinen Pinguin.

Er läuft so lange bis er stirbt. Der Mensch sollte nicht eingreifen und ihn zurückbringen. Es hätte keinen Sinn.

Warum macht das Tier das? Die Frage stellt sich der Mensch. Ein simples Warum als Mittel, alles in Frage zu stellen. Und fragen die Menschen hundert oder tausend Mal „Warum?“ kommt der Punkt an dem sie auf Unwissenheit, auf Stille stoßen. Keine Antwort mehr.

Wir glauben so viel zu wissen, kratzen aber nur an der Oberfläche. Wir können uns noch nicht einmal erklären, warum ein Pinguin aus dem nichts entscheidet in die Leere und in seinen Tod zu watscheln.

Uns bleibt nur das, was wir zu wissen glauben, auszulöschen und neu zu beginnen.

Bis bald.

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