Der Goldene Kreis | Tag 10806

Heute ist mein 10806. Tag am Leben. Das trifft auf den Menschen zu der gerade, zusammen mit Melina, zu sehen ist. Aber mein Zukunfts-Ich dass diesen Eintrag schreibt und den Film zusammenschneidet ist schon länger am Leben. Aus diesem Grund kennt ihr und ich ich den Ausgang der Bundestagswahl, nicht aber Melina und Felix, die auf dem Weg sind zwei Kreuze im Kloster zu machen. Auf Papier. Für die Zukunft.

Stimmt das? Für die Zukunft? Ich denke, da ist sich niemand so sicher. Wir erwarten eher kleinere Anpassungen. Um den Untertitel des 4. Fast and Furious Films zu zitieren: „New Model. Original Parts. oder „Neues Modell, Originalteile“

oder doch eher „Altes Modell, Originalteile“ Plug-In Hybrid statt E-Auto? Genug damit.

Bei einer Sache sind wir uns, denke ich, alle einig: Unter keinen Umständen. möchten. wir. dass. schon. wieder. eine. große. Koalition. Deutschland. regiert. Tut uns das nicht an!

Interessanterweise hat die FDP bei Erstwählerinnen und Erstwählern erstaunlich gut abgeschnitten. Liegt es an den Themen? Dass Digitalisierung und Bildung in den letzten Jahren nicht so richtig gelaufen sind, hat denke ich jede oder jeder unter 21 am eigenen Leib schon erfahren. Oder doch einfach weil der Chrissy einfach ziemlich fresh daherkommt? Visuell seit Jahren ganz weit vorne. So weit vorne, dass die SPD diesen Wahlkampf auch auf den hippen schwarz-weiss Look umgestiegen ist… und das mit Erfolg.

Weil sind wir ehrlich. Es geht, gerade bei der jüngeren Zielgruppe, darum, wer den besseren Wahlkampf auf Social Media betreibt, wer sich als Macher darstellen kann, wer Charisma besitzt und wen sich die Bevölkerung, wie so oft gehört, neben Biden und Putin vorstellen können. Den Armin zumindest nicht. Das wurde deutlich.

Bevor wir zum eigentlichen, wirklich interessanten, Thema des heutigen Tages kommen, ein kurzer Kommentar der „Schweizer Sonntagszeitung“

„Merkel tritt ab. Was bleibt? Das Staunen. Ihre Partei, die CDU ruiniert: (…) Das Land? Müde, wenn nicht depressiv. Seine Wirtschaft: Brummt, als wäre nichts geschehen. Wenn wir Schweizer die Deutschen für etwas bewundern, dann dafür: dass sie noch jedes Regime, tüchtig überstanden haben.“

Schweizer Sonntagszeitung

Lasst uns jetzt die Politik verlassen und zu einem Thema kommen, das mich schon seit Tagen beschäftigt.

Vielleicht Kennt ihr das: Ihr lest, seht oder hört etwas…und es verändert eines eurer gedanklichen Systeme komplett? Das passiert selten. So selten, dass ich nicht genau definieren kann wann es das letzte Mal so war. Meistens entwickeln sich, diese Art Umbrüche, langfristig. Zumindest ist das bei mir so. Gestern war es anders. Und zwar von 0 auf 100. Ich höre gerade das Buch „Frag immer erst warum“ von Simon Sinek, dass ich gekauft habe weil es Robert Rodriguez, der Regisseur von „from Dusk till dawn“ in einem Podcast Gespräch erwähnte. (Neben dem Buch, verlinke ich diese Podcast-Folge in der Beschreibung, weil es eine fantastisch, facettenreiche Unterhaltung ist.

In „Frag immer erst warum“ geht es darum das Erfolgsrezept von Anführern und Unternehmen zu entschlüsseln, die es schaffen Menschen zu inspirieren und die Zukunft zu verändern. Es ist kein Buch das prophezeit irgend einen geheimen Erfolgs-Code geknackt zu haben, mit deren Hilfe jeder erfolgreich werden kann. Es ist viel weniger reißerisch und veranschaulicht die grundlegenden Thesen, anhand von simplen Beispielen. Häufig ist es übrigens Apple. Also wer es nicht ertragen kann Lobeshymnen auf den Billionen-Dollar Konzern aus Cupertino zu lesen oder zu hören, dem empfehle ich das Buch bzw. das Hörbuch liegen zu lassen.

Aber was genau hat mein Denken verändert?

Simon Sinek nennt es den „Goldenen Kreis“

Dieses Modell hilft zu verstehen wie es einigen Wenigen möglich ist, durch inspirieren, statt manipulieren Menschen zu motivieren.

Seit Jahren bestimmen Manipulationstechniken, wie den Markt. Durch Preissenkungen, Aktionsrabatte und das Schüren von Angst werden die Käufer motiviert etwas zu kaufen. Verkäufe, die aufgrund dieser Manipulationstechniken gesteigert werden, haben meistens einen direkten aber kurzfristigen positiven Effekt. Der Absatz steigt, während der Gewinn pro Einheit sinkt.

Manipulationstechniken sind gefährlich für Unternehmen weil sie den Fokus auf Produkte richten und es immer eine Firma geben wird die ein vergleichbares Produkt für einen niedrigeren Preis anbieten wird. Durch diesen Preiskampf schrumpfen die Gewinne immer weiter zusammen. Eine Abwärts-Spirale.

Geht es mir allein um das Preis/Leistungsverhältnis ist es mir egal ob ein Smartphone von Huawei, ZTE, Xiaomi, oder einem anderen Hersteller ist. Diese Hersteller erleben oft einen Hype, bevor sie von der Konkurrenz in Leistung übertroffen oder im Preis unterboten werden.

Der folgende Satz aus „Frag immer erst warum“ beschreibt das Problem ziemlich treffend.

„Für den Verkäufer sind Preisnachlässe wie Heroin. Der kurzfristige Nutzen ist fantastisch. Doch je öfter du es tust, desto schwieriger wird es damit wieder aufzuhören“ – Simon Sinek

Simon Sinek

er schreibt außerdem:

„Nur weil Manipulationstechniken funktionieren, sind sie noch lange nicht richtig.“

Simon Sinek

Was ist die Alternative? Kommen wir jetzt zu Simon Sineks „Goldenem Kreis“.

Stellen wir uns eine Art Dart-Scheibe mit drei Bereichen vor. In der Mitte steht „Warum?“ Im mittleren Ring „Wie? und im äußersten Ring „Was?“

Was? betrifft in diesem Fall das Produkt oder die Dienstleistung, die ein Unternehmen anbietet. Jedes Unternehmen kann diesen Punkt definieren.

Wie? betrifft die Andersartigkeit. Wie wird erreicht dass ein Produkt besser oder anders ist? Diese Frage zu beantworten fällt schon schwerer, ist aber von den meisten Unternehmen noch zu definieren.

Dann bleibt noch: Warum? Nur wenige Firmen und Menschen können klar formulieren warum sie tun was sie tun. Was ist das Ziel? Der Beweggrund? Der Glaube? Die Vision?

Die meisten Unternehmen stellen sich die Fragen von außen nach innen. Man beginnt mit dem, was einem selbst klar ist. Was biete ich an? Was tue ich, dass es besser ist? Die Frage nach dem Warum ist die schwierigste.

Die inspirierenden Anführer und Unternehmen tun das genaue Gegenteil. Sie handeln von innen nach außen.

Um das zu veranschaulichen nutzt Simon Sinek das Beispiel Apple: Wäre Apple ein Standard Unternehmen, dass den goldenen Kreis von außen nach innen nutzen würde, könnte das Marketing ungefähr so klingen:

„Wir machen großartige Computer“ (Was?) Sie haben ein schönes Design, sie sind einfach zu bedienen und anwenderfreundlich. (Wie?) Willst du einen kaufen? „

Frag immer erst warum – Simon Sinek

Die Art des Werbetextes lässt sich auf jedes Produkt und auf jede Dienstleistung auf dem Markt beziehen. Nach dem Motto: „Das bieten wir an und deshalb solltest du es kaufen“ Potenzielle Käufer sollen von einem Unterschied oder höheren Wert überzeugt werden.

Als nächstes führt Simon Sinek Apples Botschaft in der Art auf, wie es das Unternehmen tatsächlich tun würde.

Warum? „Bei allem was wir tun glauben wir daran den Status Quo in Frage zu stellen, wir glauben daran, dass man anders denken muss. Wie? Wir stellen das Bestehende in Frage in dem wir unsere Produkte schön, einfach und anwenderfreundlich gestalten. Was? Und so passiert es einfach, dass wir großartige Computer machen.“

Frag immer erst warum – Simon Sinek

Eine komplett andere Argumentation. Viel weniger erzwungen und verbissen. Die Art von innen nach außen zu kommunizieren, schafft eine loyale Gefolgschaft. Wie Simon Sinek schreibt: 

„Die Leute kaufen nicht was du tust, sondern warum du es tust“

Simon Sinek

Für den ein oder anderen von euch ist das Prinzip des goldenen Kreises vielleicht nichts Neues, aber ich habe noch am gleichen Tag angefangen dieses Prinzip auf meinen Kanal zu beziehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mir diese Fragen noch nie in der Klarheit und Reihenfolge gestellt hatte. Es ging einfach immer nur darum, möglichst gute Videos zu machen. Die Vermittlung einiger meiner Werte waren ein Resultat, aber nie ein Grundsatz.

Mir wurde bewusst wie nichtsagend mein Kanal-Trailer war. Ein Trailer sollte genutzt werden das eigene „Warum“ potenziellen Abonnenten zu vermitteln.

Die nächsten Tage werde ich einen neuen Trailer aufnehmen und hochladen. Ihr werdet die Struktur des goldenen Kreises darin entdecken.

Das spannende ist, dass sich dieses Prinzip auf alle Bereiche des Lebens anwenden lässt. Zum Beispiel auf die Art wie wir argumentieren und diskutieren. Sind wir uns unserer Grundsätze und Ideale bewusst, kennen also unser „Warum“, lässt sich häufig plausibler argumentieren.

Das funktioniert meist auch bei unseren zwischenmenschlichen Beziehungen und persönlichen Zielsetzungen. Es ist ein Werkzeug, das einfach zu visualisieren und zu benutzen ist.

Damit will ich heute enden.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Menschen, die mich bis hierhin unterstützt haben!
Bis morgen.
An meinem 10807. Tag.

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