Kein neues Equipment!?

Achtung: fiktiv, zynisch, √ľberspitzt und ironisch ab zweitem Absatz ūüėÖ

Ist man heute in den sozialen Medien unterwegs erinnert das an Teleshopping.

Aufgedrehte Menschen, unterlegt mit noch aufgeregteren Synchronsprechern, verkaufen Menschen vor dem Fernseher allen m√∂glichen Scheiss. Das war und ist offensichtlich. Sie verkaufen. Steht √ľberall und es gibt kein Zweifel. Heute passiert das, wie wir alle wissen, unterschwelliger. Die Firmen haben schon lange erkannt dass es reicht den potenziellen Kunden bewusst zu machen was sie nicht haben‚ĶUnd das sich, wenn sie es h√§tten, alles zum Positiven entwickeln w√ľrde. Neue M√∂glichkeiten, Erfolg, Geld. Noch besser funktioniert das ganze wenn diese Information von jemandem kommt¬† der offensichtlich bereits „Erfolg“ hat und zu dem man aufblickt. YouTuber, Influencer, Experten. Leute die es geschafft haben. Die da sind wo man selbst hin m√∂chte.¬†

Man arbeitet in einem Job, Vollzeit, freut sich auf die freien Tage, aufs Wochenende. Jetzt hat man Geld gespart. Weil man, ein paar Monate lang, ein bisschen weniger Scheiss bestellt hat. In unserem Wohlstand hat das nat√ľrlich zur Folge das wir jetzt auf einem kleinen Haufen Geld sitzen, der am besten als ganzes wieder ins System eingespeist wird.¬†

In der hintersten Ecke unseres Bewusstseins, schlummert schon lange der Wunsch den Job zu k√ľndigen und etwas selbst zu tun. Am besten etwas kreatives. Fotos machen. Youtube. Irgendwas das nicht jeder macht. Man hat ja auch schon einige Tutorials gesehen, einige Berichte gelesen und man folgt diesen tollen Filmern und Fotografen, die die Welt bereisen und daf√ľr Geld bekommen. Genau das! Geld f√ľr Urlaub bekommen. Super! „Das wird schon nicht so schwer sein.“ Den Job k√ľndige ich nicht. Brauche ja Geld. Man muss sich ja auch mal ‚Äěbelohnen‚Äú richtig? Und au√üerdem hat ja der/die Partner*in, haben die Freunde und Bekannten, die Nachbarn, sogar Menschen die einfach nur an mir vorbeigehen, doch einen gewissen Anspruch an mich! Man muss ja doch irgendwie mithalten.¬†

Um zu starten schaue ich nat√ľrlich erstmal ein paar YouTube Videos. Das sieht so gut aus! Und die haben so viel Spa√ü auf diesen Jetskies und beim Basejump und beim Yoga an verlassenen Str√§nden in Indonesien. So aber wie fange ich jetzt an? Meinen Weg genau das Leben zu f√ľhren? Meine Zeit ist begrenzt‚Ķdrei, vier Stunden am Wochenende und im Urlaub vielleicht‚Ķobwohl im Urlaub muss man ja auch mal entspannen. Endlich mal das Videospiel durchspielen dass so lange schon neben den anderen ungespielten im Regal steht. Oh ich schweife ab.
Also auf jeden Fall w√ľrde ich 3, 4 Stunden am Wochenende freimachen k√∂nnen, um meinen neuen Traum zu verfolgen.¬†

Immer noch die Frage‚ĶWie fange ich jetzt an? Als erstes brauche ich Equipment. Und zwar nicht irgend ein Equipment, sondern gutes Equipment. Ohne die Kameras, Objektive, Drohnen, Computer, PC¬īs¬† k√∂nnten die Erfolgreichen ihre Sachen ja auch nicht produzieren. Ich schaue mir mal Videos an‚Ķoh ja gerade kamen neue Kameras raus. Das klingt ja richtig gut!! 8K Aufl√∂sung, und der noch bessere Autofokus! Und wow! Mein Held der mich ganz pers√∂nlich aus dem Monitor aus anspricht ist begeistert. Eine grandiose Kamera. Besser als alle Kameras davor. Das ver√§ndert alles.¬†

H√§tte ich so eine Kamera, dann h√§tte ich doch schon mal einen Vorteil gegen√ľber allen anderen‚ĶIch k√∂nnte an den 3 Stunden am Wochenende Videos machen. Vielleicht w√ľrde ich die Kamera sogar mit in Urlaub nehmen um dort‚Ķach nein die k√∂nnte ja geklaut werden. Also in den 3 Stunden, ich konzentriere mich auf die drei Stunden. Da kann man einiges machen. Das ist ein Herr der Ringe Film… Kurz aufs Konto gucken. 5000 Euro. Das sieht doch gut aus. Die Kamera und ein Objektiv. Festbrennweite muss es sein weil noch sch√§rfer. Ich glaube ich kauf die Sachen einfach mal. Irgendwann muss man ja mal anfangen. Und ohne eine gute Kamera braucht man √ľberhaupt nicht mehr zu starten.¬†

Als sie ankommt, nehme ich ein Unboxing Video mit meinem neuen Smartphone auf, dass ich durch meinen Vertrag finanziere. Dann filme ich mich mit der neuen Kamera, w√§hrend ich dar√ľber spreche wie aufregend das Auspacken war. Leider muss ich die Kamera, etwas unsicher auf einem Stapel staubiger B√ľcher platzieren (ob heute noch jemand liest‚Ķlol) Muss mir unbedingt mal ein anst√§ndiges Stativ zulegen. Ich importiere das Material auf meinen 3 Jahre alten Acer PC und will anfangen das Video zu schneiden. Aber doch nicht mit dem Movie Maker? Gibts den √ľberhaupt noch? Nein, ich habe eine gute Kamera ich brauche ein gutes Schnittprogramm! Ich schaue mal kurz in YouTube rein‚Ķ
Ah ja! Adobe Premiere. Das nutzen die Besten. Warum bekommt man das denn nur im Abo? Naja egal 35 Euro im Monat sind ja nicht viel. Mein Handyvertrag ist teurer. Nach einem Jahr kann ich ja wieder k√ľndigen. Wahnsinn was man f√ľr die 35 Euro alles f√ľr Programme bekommt!! Lightroom, Photoshop, Illustrator, Premiere, WOW , ich kann sogar animieren. Das kommt bestimmt gut in den Videos! Ich lade am besten mal alles runter.¬†

So jetzt kann es losgehen! Endlich. Premiere öffnen. Videos schneiden.
Warum h√§ngt das denn? Und warum dauert das so lange? 

„Boah was ein Scheiss.“¬†

Ich fange nächstes Wochenende an. Ob ich jetzt heute oder nächste Woche das erste Video hoch lade ist ja auch echt egal.
Solange verstaue ich die Kamera mal. Muss sicher sein. Damit auch nichts dran kommt. Die war ja teuer…

Hätte ich mal eine Tasche dazu bestellt… scheisse.

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