Ich brauche keinen E-Book Reader in 2021… oder etwa doch?

Ich brauche keinen E-Book Reader. Diesen Satz habe ich immer wieder gesagt. Die Art wie sich ein Buch anfühlt, die Notizen, die ich mit einem Stift machen kann… alles nostalgische Argumente die die Funktionalität komplett außer Acht lassen.

Um was geht es beim Lesen? Um den Inhalt. Wir möchten etwas erfahren oder uns unterhalten. Ein E-Book Reader ist dabei ein kreatives Werkzeug, dass nicht zu unterschätzen ist.

Es vereinfacht den Zugang zu Büchern, die, in Teilen definieren wer wir sind und ich würde hier nicht über ein Gerät sprechen, wenn es für mich persönlich, nicht wirklich etwas zum Positiven verändert hätte.

Ich habe lange Zeit das Lesen etwas zur Seite geschoben, obwohl ich in Kindheit und Jugend viel gelesen habe. In den letzten Jahren waren es dann vielleicht höchstens 5 Bücher im Jahr. Das wollte ich ändern. Ich wollte herauszufinden, ob ich durch einen E-Book Reader mehr lese und mich weniger von Dingen ablenken lasse, die mich nicht bereichern.

Ich habe also ein Kindle Paperwhite der 10. Generation (der Link führt zu Amazon) gekauft. Es gibt natürlich andere E-Book Reader auf dem Markt (Wie z.B. der Tolino) Der Vorteil erst nach Jahren ein technisches Gerät zu kaufen, ist, dass Funktionalität und Handhabung meistens schon sehr ausgereift sind. Ich kann also nicht beurteilen wie das Leseerlebnis auf einem älteren Modell ist. Aber zurück zur Frage:

Lese ich mehr?

Die Antwort ist: Definitiv! Ähnlich wie eine Smart-Watch zur körperlichen Aktivität anspornt, motiviert mich der E-Book Reader zum Lesen. Eine Anzeige für Gesamt- und Kapitelfortschritt lösen in mir häufig aus, dass ich Kapitel zu Ende lese (Gerade weil ich durch den Kindle weiß wie lange es noch dauern wird)
Ich behalte es auch länger in der Hand weil es deutlich leichter ist, als die meisten Bücher. Eine bequeme Position zu finden, um ein Buch mit über 500 Seiten zu lesen, kann, wie ihr wisst, schon schwierig sein. Außerdem kann ich überall lesen (im Notfall sogar auf der Kindle Smartphone-App) Wartezeiten können also immer mit inhaltvollen Informationen gefüllt werden. Keine Ausrede mehr um auf Instagram oder in Nachrichten-Apps Zeit totzuschlagen.

Was ist mir am Wichtigsten wenn ich etwas lese?

Ich möchte den Inhalt, Informationen die ich lese, verinnerlichen. Möchte mich bilden und geistig wachsen. Ein Problem dass ich mit Büchern immer hatte, war, dass ich mich an einen Großteil des Gelesenen relativ schnell einfach nicht mehr erinnern konnte. Ich hätte das Buch nach markierten Seiten durchblättern können um mir einen Überblick zu verschaffen…Das habe ich aber fast nie getan. Zu umständlich und zeitaufwendig. Mit einem E-Book Reader, wie dem Kindle, kann ich auf einfache Weise Markierungen und Notizen machen und mir, wenn ich nach einiger Zeit wieder wissen möchte, was mir wichtig war, diese auf wenigen Seiten, anzeigen lassen. Ich kann sie außerdem als Text exportieren (max. 10 Prozent des Inhalts) und in Texten leichter darauf Bezug nehmen oder Zitate verwenden. In Schule oder Studium eine Funktion, die bestimmt sehr viel Zeit spart.

Ein weiterer Punkt ist, dass viele Bücher nur auf englisch verfügbar sind. Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, Bücher auf Englisch zu lesen, aber je komplexer das Thema, desto häufiger stößt mein Wortschatz an seine Grenze. Die Folge sind permanentes googeln oder nachschlagen der unbekannten Worte. Aus diesem Grund habe ich selten englische Bücher gelesen. Der E-Book Reader verändert das. Die Wortgrammatik, -Bedeutung und -Übersetzung kann direkt während dem Lesen angezeigt werden. Nie wieder Angst vor zu vielen unbekannten Wörtern.

Die gesamte eigene Bibliothek, mit persönlichen Markierungen und Notizen findet Platz auf diesem Gerät. Wir sind es natürlich gewohnt, dass unsere Festplatten große Mengen Fotos, Videos und andere Dateien speichern, aber die Menge an Wissen, die Textdateien in dieser Dimension bereitstellen, ist fantastisch. Und das bei permanentem Zugriff. Gerade für Menschen, die viel unterwegs und selbst kreativ sind, ist dieses persönliche Nachschlagewerk wertvoll. Weil, wie am Anfang schon erwähnt, Bücher, neben allen anderen Medien natürlich, definieren oft wer wir sind.

Es gibt noch einige Vorteile, die ich kurz erwähnen möchte. Durch das selbstleuchtende, spiegelfreie Display, kann ich spät abends lesen ohne Melina zu stören. Es ist wasserfest, es müssen keine Bäume gefällt werden, jeder hat über ein besonderes mobiles Netz überall Zugriff auf die Bibliothek und den Store. Der Akku hält, abhängig wie häufig und intensiv die Beleuchtung des Displays eingeschaltet ist, mehrere Wochen. Die Buchstaben können in belieber Größe angezeigt werden.

Wo viele persönliche Vorteile sind, gibt es natürlich immer auch Schattenseiten. Ich habe mich für einen Kindle entschieden, das heißt ich unterstütze, dass Amazon den Buchhandel mehr oder weniger kontrolliert. Amazon entscheidet letztendlich wie viel Prozent ein Verlag, und damit auch der Autor erhält. Das Druckmittel ist, dass eine Verfügbarkeit auf Amazon mittlerweile unbedingt nötig ist, um genug Exemplare zu verkaufen. Ein weiterer Negativ-Punkt ist, dass Buchläden (und ich liebe Buchläden…) wahrscheinlich irgendwann nicht mehr notwendig sind. Das Ausstellen von Büchern funktioniert online einfacher und personenbezogen. Leseproben ersetzen den Blick ins Buch. Ich hoffe, dass Buchläden erhalten bleiben, obwohl mir Bewusst ist, gerade zum Gegenteil beizutragen. Der letzte große Negativpunkt, der mir einfällt, ist, dass man Bücher nicht ausleihen kann.

Mich persönlich bereichert der E-Book Reader. Ich lese mehr, fühle mich dadurch wohler, kann Markierungen und Notizen machen und komprimiert anzeigen lassen und sogar englischsprachige Literatur lesen. Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr weiterhin skeptisch? Oder lest ihr schon seit Jahren auf einem E-Book Reader?

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