Der kreative Prozess

Der eigene kreative Prozess ist eine sehr persönliche Sache. Er hat damit zu tun, was man tut, wer man ist und wie man Projekte abschließt.

Wie beginne ich ein Projekt?
Das erste was ich tue ist sammeln. Ich sammle die ganze Zeit über. Immer wenn ich etwas lese, dass ich interessant finde, schreibe ich es auf. Egal wie banal es scheint. Daraus entstehen Ideen für neue kurze Filme.

Die Ideen beinhaltet ein Thema. Ein Thema, dass komplex genug ist, um sich ausführlich damit zu beschäftigen. Und glaubt mir, fast jedes Thema hat das Potenzial vielschichtig und interessant zu werden. Es kommt nur darauf an wie viel Zeit man darauf verwendet es zu durchdenken.

Steht das Thema fest, geht das Sammeln weiter. Dieses mal keine Gedanken, Worte und Zitate, sondern Bilder. Eine frisch formatierte Speicherkarte in der Kamera wartet darauf, gefüllt zu werden. Alles, was mir visuell zum Thema einfällt nehme ich auf. Ich versuche so viel Videomaterial zu sammeln wie möglich, denn ob etwas brauchbar oder unbrauchbar ist entscheidet sich fast immer später.

Während ich beginne Bilder zu sammeln, feile ich morgens am Skript. Es geht darum ungeordnete Wörter, Sätze und Absätze in der richtigen Reihenfolge anzuordnen. Es soll ein stimmiger Bogen entstehen, der den Zuschauer durch den Film trägt. Kürzen ist dabei elementar. Selten erweitere ich Sätze, fast immer ist das Kürzen die richtige Wahl. Man möchte sich selbst und andere nicht ermüden. Also seid hart zu euren Sätzen. Überflüssiges muss raus!

In diesem Stadium laufen beide Prozesse, das Wort und das Bild, nebeneinander her.
Die letzten beiden Tage sind die spannenden. Es geht darum, Text und Bild zusammenzuführen und es mithilfe von Musik und Sounddesign zu einem Film zu machen.
Das Skript ist fertig und bildet das Fundament, während es gleichzeitig die Länge des Films definiert.

Dann beginne ich visuelles Material aufzuschichten. Ich suche nach Symbolen, suche nach Schnittpunkten zwischen Text und Bild. Ich vertraue darauf, dass sich die Ebenen verbinden, je länger ich mich mit ihnen beschäftige. Dabei ist es wichtig, die Dinge zwischenzeitlich ruhen zu lassen.

Frische Augen und Ohren helfen objektiver zu sein. Jeden Morgen beim ersten Blick auf den entstehenden Film, sehe ich etwas, dass ich ändern möchte. Mit der Zeit ändere ich immer weniger. Bis zu dem Punkt, an dem es sich richtig anfühlt. Habe ich dieses Gefühl zum ersten Mal, zwinge ich mich die Finger von großen Veränderungen zu lassen. Man kann alles wieder kollabieren lassen, indem man nicht aufhört zu „verbessern“.

Also Sammeln, dem Projekt Zeit geben, kürzen, überarbeiten und im richtigen Moment abschließen.

Klingt nicht schwer. Aber jeder, den die Kreativarbeit interessiert, weiß dass man jedes Mal aufs Neue vor einer Mauer steht, die es zu überwinden gilt.

Felix

Schaut beim Youtube-Kanal vorbei 🙌🏼

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